2. April 2016, Berlin

Vorbereitung

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Flo und ich entscheiden uns im nächsten Workshop die TeilnehmerInnen zu bitten, ihre Biographien auf die Bühne zu bringen. Es interessiert uns dabei, welche Narrative und welche Darstellungsformen die TeilnehmerInnen anwenden werden. Unser Wunsch ist es, über dieses Material zum einen mehr über die Hintergründe der einzelnen zu erfahren und ihre „Geschichten“ zu sammeln wie in einem Archiv, zum anderen soll das Arbeiten auf der Bühne uns zu einer theoretischen Diskussion über den Bühnenraum als solchen bringen. Welche Macht hat die Bühne? Wie konstruiert sie Subjekte? Wer ist man, wenn man sich selbst auf der Bühne darstellt? Wie zerfällt Authentizität auf der Bühne? Wer ist man, wenn man unter einem bestimmten Label, z. B. als „Suchtkranker“, auf der Bühne steht? Was erwartet das Publikum auf der Bühne? Welchen Sehkonventionen unterliegt das Publikum und wie kann man diese brechen?

Distanz zu sich ist die Voraussetzung, dass der Mensch Würde erlangen kann.

Helmut Plessner „Zur Anthropologie des Schauspielers“