11. März 2016, Berlin

Theater

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Flo und ich treffen uns, um den Workshop vorzubereiten. Dieses Mal erarbeiten wir ein richtiges Programm. Das war der Wunsch der Gruppe beim letzten Mal. Uns kommt das sehr gelegen, verschafft es uns doch den Vorteil, unsere Frage untersuchen zu können. Das Schöne an der demokratischen Arbeit ist die Vielfältigkeit, der Nachteil, dass die eigenen Fragen und Belange hinten anstehen. Jetzt können wir einfach machen, was wir wollen. Freiheit oder Zwang?

Wir beginnnen damit, theatrale Grundprinzipien zu untersuchen: den Raum, die Körper im Raum, Text und seine Macht der Zuschreibungen, sowie die Konstruktion und Dekonstruktion von Subjekten durch den Ort der Bühne.

Es entsteht eine Diskussion über die Herangehensweise. Ich finde ein Warm-Up wichtig, um den Körper in Bewegung zu erleben. Wir haben uns in den letzten Workshops intellektuell und emotional kennengelernt, jetzt werden auch die Körper wichtig. Die Körper von Ungeübten und gerade ihr ungeübtes Agieren wird den Reiz der Betrachtung ausmachen. Florian sieht den Laien in seiner „Laienhaftigkeit“ durch einen Übungsvorgang wie ein Warm-Up bedroht. Er ist dagegen, Bewegungen zu üben; wie auf einer Schauspielschule.

„Warm-up? Warum? Ich bin doch schon warm.“

Flo 

Ich sehe das anders. Natürlich soll hier keiner zum Schauspieler herangezogen werden. Es geht mir darum, sich und andere innerhalb des eigenen physischen Vokabulars kennenzulernen und auszuprobieren. Dabei geht es um Wahrnehmung und den Abbau von Angstschwellen, mit dem letztlichen Ziel zu experimentieren. Ich will da niemandem etwas beibringen, sondern den Motor anschmeißen.