11 Juli 2015, Stuttgart

Ekel

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Heute sind Florian und ich in Stuttgart angekommen. Florian schlug vor, Alice als Kunstfigur zu inszenieren, um nicht gleich alles von ihrer realen Geschichte preiszugeben und vom Klischee der reportageartigen Darstellung einer Drogenkranken wegzukommen. Alice als ein Orakel, eine Heilige. Erst langsam im Verlauf des Projekts erfährt man Alices Geschichte. Wer sie ist und was sie interessiert. Alice steht für das Heterogene, das Abjekte, den Ekel. Für das, was die Gesellschaft ausschließt, fürchtet und von dem sie sich gleichzeitig angezogen fühlt.

„Laut Kristeva konfrontiert das
Abjekte und damit auch der Ekel
das Ich mit seinen Grenzen und seinen
Ängsten und erfüllt damit eine
wichtige Funktion, indem es die
Unterscheidung zwischen
dem „Selbst“ und dem „Anderen“
erst ermöglicht. Sie betrachtet
die Abjektion als Teil der Ablösung von
der Mutter, wobei sie klebrige, schleimige
und diffuse Substanzen mit dem
Mütterlichen assoziiert. Ausgrenzung und Tabus
sind nach Kristeva Phänomene der
Abjektion, die dazu dienen
sollen, bestimmte Grenzen,
Regeln oder Systeme zu sichern.
Wo es nicht möglich sei, etwas
völlig auszugrenzen, gebe es in allen
Kulturen bestimmte Reinigungsrituale
mit dem Ziel einer Katharsis.
Diese kathartische Funktion
übernehme auch die Kunst.“
(Ekel, Wikipedia)